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"Waterfall" CD - Rezensionen


Mai 2015 | "Waterfall" ist CD des Monats im Magazin AUDIO! Text von Christof Hammer


Sauber aufgenommen, schön aufgelöst, entspannt und von hörbarer Innenspannung zugleich: Mit "Waterfall" präsentiert das Ensemble Rasgueo ein Debütalbum, die von ersten Ton an mit prachtvollem Klang verwöhnt. So lebendig ist die Tontechnik, dass man quasi den Lippenansatz an den Mundstücken der Blechbläser sieht und spürt, wie die Töne von den Gitarrensaiten abperlen - Kompliment an Christoph Schlimbach (Aufnahme) und Wolfgang Schiefermair (Mix) für eine sehnig-straffe Produktion, die prima zum Bandsound passt. Tonangebend bei diesem 2012 in Berlin gegründeten Quartett: Gitarrist Nikos Tsiachris und Trompeter/Flügelhornist Martin Auer, die aber partnerschaftlich musizieren, einander Raum für Soli geben. In Verbindung mit den filigranen bis akzentuierten Rhythmen von Martin Lillich (Kontrabass) und Schlagwerker Diego Piñera ensteht so ein virtuos-eleganter Mix aus Flamenco, Jazz und World Music.


April 2015 | http://www.jazz-fun.de


Die Berliner Band Rasgueo schlägt beeindruckend eine Brücke zwischen Jazz, Flamenco, Latin und Folk. Mit „Waterfall“ gelingt es Jazz-Trompeter Martin Auer und dem griechischen Gitarristen Nikos Tsiachris ihre Instrumente in einen leidenschaftlichen Dialog treten zu lassen und acht wunderbar stimmungsvolle Titel zu kreieren.

Dass Flamenco und Jazz eine wunderbare Symbiose eingehen können, bewies schon Miles Davies’ Album „Sketches of Spain“. Wie fruchtbar diese Mischung immer noch ist und welche Weiterentwicklung sie vollzogen hat, hört man an der Berliner Band Rasgueo. Feinfühlig gehen die vier Musiker mit den Elementen der der verschiedenen Stilrichtungen um und erschaffen Klangbilder, die Flamenco, Jazz und World Music auf wunderbare Weise verbinden.

Leader und Gründer der Band ist der 1979 in Griechenland geborene Flamenco-Gitarrist Nikos Tsiachris. Er erhielt bereits mit 8 Jahren Gitarrenunterricht von seinem Vater, einem hervorragenden Hobbymusiker, dem er oft beim Spiel griechischer und spanischer Gitarrenstücke lauschte. Die große Begeisterung für den Flamenco im Speziellen erwuchs jedoch erst im Musikstudium. Inspiriert durch seinen Studienkollegen, einem griechischen Flamenco-Gitarristen lernte Tsiachris zum ersten Mal sogenannte Flamenco-Falsetas kennen, solistische Passagen, die für die Flamenco-Gitarre charakteristisch sind. Diese musikalische Erfahrung veränderte Tsiachris‘ Leben gänzlich und der Flamenco prägte seither seinen musikalischen Werdegang.

Als es den Griechen wegen der Liebe nach Deutschland verschlug, lernte er im Rahmen eines Flamenco-Projekts den Bassisten Martin Lillich kennen. Es gelang ihm, Lillich für den Flamenco zu begeistern, so dass die beiden Musiker fortan als Duo auftraten. Die Idee der Erweiterung um eine Trompete hatte Tsiachris eigentlich schon vor fünfzehn Jahren als er Vicente Amigos zweites Album „Vivencias Imaginadas“ hörte. Die Begegnung mit dem Jazztrompeter, Martin Auer kam daher sehr gelegen. Auch dieser war gleich nach der ersten Session mit dem Duo Feuer und Flamme für das Projekt. Zur rhythmischen Ergänzung vervollständigte der virtuose uruguayische Schlagzeuger Diego Piñera das Trio. Seit 2012 besteht das Quartett in der heutigen Besetzung.

Rasgueos Kompositionen entstehen meist aus vielen verschiedenen musikalischen Ideen Tsiachris‘, der das Komponieren mit dem Zusammensetzen eines Puzzles vergleicht oder dem Malen eines Bildes. Steht ein solches Bild in seinen Grundzügen, stellt er es der Band vor. Durch Feedback und Veränderungsvorschläge der anderen Bandmitglieder entstehen musikalische Bilder, die die Zeichenkraft aller Musiker tragen.

Rasgueo – schillernde Musik in den Farben des Flamencos, des Jazz und der World Music.


April 2015 | www.sound-and-image.de


Dass Flamenco nicht immer gleich Flamenco ist, beweist der Hellene Nikos Tsiachris, indem er auf diesem Album versucht, sich im östlichen Teil des Mittelmeeres von den griechischen Wasserfällen auf der Insel Samotraki bis zu vollmondigen Jazztänzen musikalisch durchzuarbeiten. Tsiachris spielt dabei eine Flamenco-Gitarre und lässt sich von dem Trompeter Martin Auer, dem Bassisten Martin Lillich und dem spanischen Perkussionisten Diego Piñera begleiten.

Die acht Instrumentalstücke haben also alle einen latenten Flamenco-Unterbau, warten aber ansonsten mit allerlei jazzigen und kammermusikalischen Varianten auf. Ein entspannter Trip, der sowohl traumtänzerisch-relaxte, als auch etwas aufgekratztere Stücke beinhaltet. Die vier Musiker erweisen sich als vielseitige Improvisatoren, wobei sich die ungewöhnliche Konstellation akustische Gitarre/Trompete als ziemlich tragfähige und interessante Kombination erweist. Selbst der Drummer lässt sich auf dieser CD zu einem kleinen, aber ansprechenden Solointermezzo hinreisen. Schöne, relaxte Feierabendmusik.


April 2015 | www.nadann.de - Ohrenschmauch

RASGUEO heisst das Projekt mit einem griechischen (!) Gitarristen, spanischem Trommler, deutschem Bass und Trompete. Die vier bleiben nicht nahe am Ursprung, sondern lassen auch das Element Rock, das im jüngeren Jazz schon mal auftaucht, ordentlich vorkommen. Spannende, vielseitige Kompositionen, die vom Quartett handwerklich perfekt umgesetzt werden und den „Waterfall“ 45 Minuten kräftigen strömen lassen.


April 2015 | www.caiman.de (kultur- und reisemagazin für lateinamerika, spanien, portugal), Ausgabe 04/2015, Text von Torsten Eßer

Der Jazz-Flamenco verlässt die iberische Halbinsel und landet in Berlin. Nachdem bei einem Projekt wie Jazzpaña (auf dem Label ACT) v.a. in den Schlüsselpositionen – Gitarre, Gesang, Percussion - immerhin noch einige Spanier mitspielten, besteht die Gruppe Rasgueo nur aus Nichtspaniern, und… man hört es nicht! Der gebürtige Grieche Nikos Tsiachris spielt die Gitarre wie seine spanischen Vorbilder, wobei er nur im Solotitel "Full moon" seine Technik in den Vordergrund stellt und hier auch vermehrt rasgueos (eine Anschlagtechnik der rechten Hand) einsetzt, die der Gruppe den Namen gaben. Im Eröffnungsstück "Waterfall" spürt er den Klängen eines Wasserfalls nach, inspiriert von den Gewässern auf der griechischen Insel Samothraki.

Mit Martin Auer an der Trompete / am Flügelhorn, dem Uruguayer Diego Piñera an den Drums und Martin Lillich am Bass setzt er die Fusion von Jazz und Flamenco immer wieder anders um. Während im sich dramatisch steigernden "Salvation" die Vermischung mit Einschränkungen am konsequentesten erfolgt, vielleicht auch wegen des traurigen Hintergrundthemas, geht es in "Holiday" entspannt zu und die Flamencogitarre liefert nur Klangzutaten zum Jazz mit ausgedehnten Soli. "November" erinnert mit einem Duett von Gitarre und gedeckelter Trompete an Miles Versuch, Flamenco und Jazz zu fusionieren (was hier allerdings besser gelingt). "Arion", die Vertonung einer dramatischen Epidsode im Leben des griechischen Sängers Arion von Lesbos (7. Jahrhundert vor Christus), als er von Seeleuten ermordet werden sollte und Delphine ihn retteten, entwickelt sich über knapp zehn Minuten zu einem lebhaften Jazzstück mit Flamenco-Einsprengseln inkl. verschiedener Soli. Der 9/8-Takt in "Parinis" verleiht diesem Jazztitel zusätzlich Spannung, die auf diesem Album ohnehin nicht selten ist. Sehr hörenswert!


RASGUEO Flamenco = Freiheit


März 2015 | Jazzthing, Ausgabe 108, Text von Uli Lemke


Flamenco und Trompete? Dem Jazzfan fallen da mit Sicherheit zuerst „Sketches Of Spain“ ein oder „Kind Of Blue“ von Miles Davis. Nikos Tsiachris hat diese Klassiker eine Zeit lang nahezu täglich gehört hat.

In Thessaloniki hat er klassische Gitarre studiert, dann zog es ihn nach Spanien. In Granada, Sevilla und Nerja verschrieb er sich dem Flamenco, lernte unter anderem bei Rafael Santiago Habichuela und Emilio Maya.

„Es sind viele Sachen!“, sagt er auf die Frage, was ihm die Musik Andalusiens bedeutet. „Es ist die Befreiung von Noten, der Klang, selbst die Haltung der Gitarre, die Improvisation, die Kombination aus Musik und Bewegung. Wenn ich alles, was mir an der Flamenco-Gitarre so sehr gefällt, in einem Wort zusammenfassen sollte, dann wäre dies: Freiheit.“

Seit zehn Jahren lebt Tsiachris in Berlin. Dort gründete er 2012 sein Quartett Rasgueo, dessen Debüt „Waterfall“ (Galileo/Galileo) soeben erschienen ist. Zunächst trat der Gitarrist im Duo mit dem Bassisten Martin Lillich auf; durch ihn lernte er den Trompeter Martin Auer kennen und mit Diego Piñera schließlich holte er sich einen subtilen und zugleich kraftvollen Rhythmiker ins Team. Die Trompete Auers klingt in den Kompositionen des Bandleaders eher raubeinig und randvoll mit Duende als nach dem feingliedrig getragenen Ton von Miles, und das kommt nicht von ungefähr:

„Die Idee war, dass die Trompete den Flamenco-Gesang zum Teil ersetzen könnte“, erklärt der Frontmann, zufrieden mit dem Ergebnis. „Ich bin wirklich sehr glücklich mit der Zusammenarbeit der Bandmitglieder. Jeder spielt sein eigenes Teil perfekt, wir ergänzen uns gegenseitig, und alle vier wir sind Protagonisten! In der dreijährigen Existenz des Quartetts sind wir uns musikalisch näher gekommen und einige Stücke sind die Früchte unserer kollektiven Arbeit.“



Gedanken mit musikalischem Widerhall


Flamenco-Jazz mit „Rasgueo“ bietet neue musikalische Ausblicke -
Unterschiedliche Musikstille gelungen vermischt


05.02.2015 | k1-Traunreut, Text von Kirsten Benekam


Traunreut. An dem Versuch, verschiedene Musikstile miteinander zu vermischen, sie so zu arrangieren, dass ein attraktives Hörerlebnis entsteht, ist so manche passionierte Musikerformation gescheitert. Man nimmt dem einen Stil ein unverzichtbares, ihn auszeichnendes Element weg und fügt einem anderen Musikgenre etwas hinzu, das wie ein akustischer Auswuchs unseren Hörnerv drangsaliert. Alles Geschmackssache? Wie das aber gelingen kann und zudem ein Hörerlebnis höchsten Genusses ensteht, das zeigte die Formation Rasgueo den k-1 – Studiobesuchern, welche gemütlich an Tischen sitzend mitgroovten.

Das aus Berlin stammende Quartett um Bandleader und Flamencogitarrist Nikos Tsiachris fusionierte auf geniale Weise Jazz mit Flamencoelementen. Ebenso harmonisch wie der enstehende Sound ist das Zusammenspiel von Henning Sieverts am Kontrabass, Diego Piñera am Schlagzeug, Martin Auer an Trompete und Flügelhorn unter Bandleader Nikos Tsiachris an der Flamencogitarre. Tsiachris ist zugleich Komponist aller gehörten Stücke. Mit der Nummer „Feiertag“ war das Publikum sofort im Flamenco-Jazz-Boot und schipperte mit zu den dargebotenen Rhythmen. Mal leise, verträumt, dann wieder aufbrausend tempohaft und nie langweilig, erzeugt die Musik Bilder in den Köpfen der Zuhörer, die perfekt zu den ausgefallenen Musiktiteln passen, gleich Gedanken mit musikalischem Widerhall. Ähnlich der Wechselhaftigkeit der Emotionen zwischenmenschlicher Beziehungen spiegelten die Nummern „Dreieck“ und „Erlösung“ musikalisch die Gefühlswelt wider. Inspiration für „Parinis“ und „Echo“ waren die Beziehungen zu Bruder und Großmutter, welche hörbar vielschichtig, zuweilen spannungsgeladen und dann wieder liebevoll verspielt anmuteten. Großmutter und Bruder Tsiachris hatten, wenn man Rückschluss auf ihr musikalisches Portrait ziehen darf, wirklich Format. Großen inspirativen Einfluss scheint der Komponist auch aus der Griechischen Inselwelt zu ziehen, wie er selbst erzählte.

In den Nummern „Waterfall“ und „Arion“ erinnerten Trommelgeräusche und Gitarrenakkorde an Meeresrauschen und Inselromantik. Viel zu schnell war der Jazzausflug mit Flamencotouch bei seiner letzten Nummer angelangt. Nach einer Zugabe verabschiedete sich das Publikum mit begeistertem Applaus und nahm all die schönen Töne und Bilder mit auf den Nachhauseweg.


Rasgueo, Uncle Takis - Traunreut, 04.02.15




20.03.2015 | Veröffentlichung des Albums "Waterfall"



Sie können die CD per email bestellen: nitsiachris@rasgueo.de
Preis: 15,- (zzgl. 2,- Versand in Deutschland)


Feiertag / Live on 21.08.14 in Augustinum-Kleinmachnow.


© 2012 by Nikos Tsiachris |
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